Apfelsaft selber machen
Apfelsaft selber machen geht am schnellsten mit einem Entsafter: Äpfel vierteln, durchlassen, fertig. Aus einem Kilo Äpfel holten Geräte im Labor der Stiftung Warentest zwischen 514 und 770 ml Saft. Für große Mengen sind Dampfentsafter oder Obstmühle mit Presse besser. Ohne Gerät klappt es im Topf. Haltbar wird er heiß abgefüllt und im Wasserbad nachpasteurisiert.
Von Sergej Gerber · aktualisiert am 22.10.2026
- Zeit
- 20 Minuten
- Menge
- ca. 1 bis 1,5 Liter aus 2 kg Äpfeln
- Gerät
- Slow Juicer oder Zentrifuge

Unser Apfelsaft aus dem Topf, 2014 abgefüllt
Wer Apfelsaft selbst machen will, wählt den Weg nach der Menge. Für zwei Gläser zum Frühstück reicht ein elektrischer Entsafter. Steht im Herbst eine Kiste vom eigenen Baum in der Garage, wird es damit mühsam. Säfte aus anderem Herbstobst findest du unter Saft selber machen.
Fünf Wege im Überblick
| Weg | Gut für | Saft ist | Haltbar machen |
|---|---|---|---|
| Slow Juicer | 1 bis 3 kg, frisch trinken | roh, trüb | nur nachträglich erhitzen |
| Zentrifuge | 1 bis 3 kg, schnell | roh, schaumig | nur nachträglich erhitzen |
| Dampfentsafter | ab ca. 5 kg | heiß, klar | heiß abfüllen |
| Obstmühle + Presse | 20 kg und mehr | roh, trüb | erhitzen und abfüllen |
| Topf und Tuch | kleine Mengen, ohne Gerät | gekocht, klar | heiß abfüllen |
Die Mengenangaben in der Tabelle sind unsere Faustregel, keine Herstellerangabe.
Zubereitung: Apfelsaft selber machen mit Entsafter
- Äpfel waschen. Faule und angeschlagene Stellen großzügig wegschneiden.
- Äpfel vierteln. Schälen musst du sie nicht. Ob das Kerngehäuse raus muss, steht in der Anleitung deines Geräts.
- Apfelstücke nach und nach einfüllen, bei einer Zentrifuge mit dem Stopfer nachdrücken.
- Wer den Saft hell haben will, rührt gleich einen Esslöffel Zitronensaft unter.
- Sofort trinken oder in eine saubere Flasche füllen und kühl stellen.
Wie viel Saft herauskommt, hängt stark am Gerät. Die Stiftung Warentest hat 2013 gemessen: Die Saftpresse von Green Star holte 770 ml aus einem Kilo Äpfeln, ein Modell von Tefal nur 514 ml. Bei 2 kg Äpfeln landest du also irgendwo zwischen einem und anderthalb Litern.
Frisch gepresster Apfelsaft wird an der Luft schnell braun. Das ist laut BZfE kein Zeichen für Verderb. Kälte und ein Spritzer Zitrone bremsen es. Alte Sorten wie Boskoop und Gravensteiner bräunen besonders stark.
Presst Äpfel langsam aus, mit wenig Schaum.
Zum Vergleich →Apfelsaft mit dem Dampfentsafter
Der Dampfentsafter lohnt sich ab etwa fünf Kilo. Wasserdampf bringt die Zellwände zum Platzen, der Saft tropft in einen Auffangbehälter und läuft heiß über einen Schlauch in die Flasche.
Unser Dampfentsafter von 2014, komplett aufgebaut
So beschreibt es die Kelomat-Anleitung:
- Den Wassertopf bis knapp 2 cm unter den Rand füllen.
- Äpfel in kleine Stücke schneiden und in den Fruchtkorb geben. Zucker sieht die Tabelle für Äpfel nicht vor.
- Bei voller Hitze aufkochen, dann zurückdrehen, ohne dass das Kochen aufhört.
- Der erste Liter Saft geht zurück über die Äpfel, weil er noch nicht ausreichend entkeimt ist.
- Nach 50 bis 60 Minuten ist der Korb ausgedampft.
Aus rund 5 kg Äpfeln kommen laut der Tabelle des Herstellers etwa drei Flaschen à 0,75 Liter. Wer auf das Obst drückt, bekommt trüben Saft, so die Beratungsstelle der University of California. Mehr zu den Geräten steht im Dampfentsafter-Vergleich.
Apfelsaft herstellen mit Obstmühle und Presse
So arbeiten auch Mostereien. Laut BZfE werden die Äpfel gewaschen, in der Mühle zu Maische gemahlen und dann gepresst. Für einen Liter Direktsaft rechnet das BZfE mit etwa sieben Äpfeln, also 1,5 kg.
Zu Hause brauchst du dafür zwei Geräte:
- eine Obstmühle, die ganze Äpfel zu grobem Brei zerkleinert
- eine Obstpresse mit Korb, als Spindelpresse zum Kurbeln oder als Hydropresse, die mit Leitungswasser drückt
Vor dem Pressen kommen die Äpfel in eine Obstmühle. Modelle, Preise und den Unterschied zwischen Spindel- und Hydropresse findest du in der Kaufberatung Obstpresse. Spindel oder Wasserdruck? Den Vergleich mit Mengen und Ausbeute gibt es unter Spindelpresse oder Hydropresse.
Der Saft aus der Presse ist roh. Willst du ihn lagern, musst du ihn anschließend erhitzen.
Äpfel entsaften ohne Entsafter
Ohne Gerät bleibt der Topf. Äpfel klein schneiden, mit etwas Wasser weich kochen, pürieren und über Nacht durch ein Tuch abtropfen lassen. Wir haben das 2014 Schritt für Schritt fotografiert, die Anleitung steht unter Obst entsaften ohne Entsafter.
Der Saft ist dünner als aus der Presse, weil Wasser dazukommt. Für Apfelgelee passt er gut, weil er klar abtropft.
Welche Äpfel eignen sich?
Nimm reife, gesunde Äpfel. Das BZfE schreibt das auch den Mostereien vor. Guter Apfelsaft entsteht laut dem US-amerikanischen National Center for Home Food Preservation aus einer Mischung mehrerer Sorten, etwa süße mit säuerlichen.
Fallobst ist ein Sonderfall. Die Beratungsstelle der University of California rät davon ab, es für Saft zu verwenden. Am Boden können Keime wie E. coli an die Früchte kommen, und Waschen entfernt sie nicht sicher. In angeschlagenem Obst bilden Schimmelpilze außerdem Patulin, ein Gift, das auch das Pasteurisieren übersteht. Angeschimmelte oder faule Äpfel gehören deshalb nie in den Saft.
Aus demselben Grund empfiehlt die University of California, frischen Apfelsaft vor dem Trinken auf 71 °C zu erhitzen. Roher Apfelsaft wurde laut der Beratungsstelle schon mit E.-coli-Ausbrüchen in Verbindung gebracht. Im Dampfentsafter wird diese Temperatur beim Entsaften erreicht.
Mehr zu Sorten und Lagerung steht im Lexikon unter Apfel. Herbe Quitten passen gut in die Mischung, wie du sie entsaftest, steht unter Quittensaft selber machen. Birnen verarbeitest du im Dampfentsafter genauso wie Äpfel, die Anleitung steht unter Birnensaft selber machen. Alle Sorten mit Saison und Nährwerten findest du unter Obst und Gemüse von A bis Z.
Apfelsaft selber machen und haltbar machen
Frisch gepresster Apfelsaft hält im Kühlschrank nur kurz. Die University of California nennt für erhitzten Saft aus dem Dampfentsafter bis zu eine Woche im Kühlschrank. Rohen Saft aus Entsafter oder Presse trinkst du am besten bald. Wie lange er hält, steht unter Haltbarkeit und Lagerung.
Für Vorrat gibt es drei Wege:
- Erhitzen und heiß abfüllen: Den Saft aufkochen und sofort in vorgewärmte, saubere Flaschen füllen. Mostereien erhitzen laut BZfE nur wenige Sekunden auf 85 °C, damit der Saft nicht gärt.
- Im Wasserbad nachpasteurisieren: Die Verbraucherzentrale Niedersachsen nennt für Obst und Säfte 20 bis 30 Minuten bei 80 bis 90 °C. Das ist sicherer als nur heiß abfüllen.
- Einfrieren: in Kunststoffflaschen oder Beuteln, nicht randvoll, weil der Saft sich ausdehnt.
Wie das Einkochen genau geht, welche Flaschen sich eignen und woran du verdorbenen Saft erkennst, steht in Saft einkochen.
Häufige Fragen
Wie viel Apfelsaft bekomme ich aus 1 kg Äpfeln?
Mit einem elektrischen Entsafter je nach Gerät 514 bis 770 ml, so die Messwerte der Stiftung Warentest von 2013. Mostereien rechnen laut BZfE mit 1,5 kg Äpfeln für einen Liter.
Muss ich die Äpfel schälen?
Nein. Waschen reicht. Faule Stellen und Druckstellen wegschneiden.
Kann ich Apfelsaft mit dem Mixer machen?
Ja, aber nur mit Umweg: Äpfel klein schneiden, mit etwas Wasser fein pürieren und den Brei durch ein Tuch auspressen. Der Saft ist dann etwas verdünnt.
Warum wird mein Apfelsaft braun?
Weil das Fruchtfleisch mit Sauerstoff reagiert. Laut BZfE ist das kein Verderb. Zitronensaft und Kälte bremsen die Bräunung.
Ist Apfelsaft gesund?
In Maßen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) sieht im Lauf der Woche zwei Gläser à 200 ml Obst- oder Gemüsesaft vor. Säfte liefern laut DGE weniger Ballaststoffe als ganzes Obst und sättigen nicht so gut. Wer mehr trinken mag, mischt eine Schorle aus einem Teil Saft und drei Teilen Wasser.
Wie lange hält selbst gemachter Apfelsaft?
Roh nur kurz, also gleich trinken oder kühl stellen. Erhitzt und richtig eingekocht lagert er laut Verbraucherzentrale etwa ein Jahr kühl und dunkel.
Dieser Text ist kein medizinischer Rat. Er beschreibt, wie du Apfelsaft im Haushalt herstellst und lagerst. Im Zweifel gilt die Anleitung deines Geräts.

