Entsafter-Ratgeber

Orangensaft selber machen

Orangensaft selber machen geht am einfachsten mit der Zitruspresse: Orangen quer halbieren und ausdrücken. Im Slow Juicer oder in der Zentrifuge gehen sie nur geschält hinein, denn die Schale macht den Saft bitter. In einem Praxistest der F.A.Z. ergaben 500 g Orangen im Slow Juicer 400 ml Saft, genug für zwei Gläser.

Von Sergej Gerber · aktualisiert am 22.10.2026

Zeit
10 Minuten
Menge
ca. 400 ml (2 Gläser)
Gerät
Zitruspresse, Slow Juicer oder Zentrifuge
Glas frisch gepresster Orangensaft mit halbierten Orangen
KI-generiertes Bild

Die Zitruspresse ist der einfachste Weg. Einen Entsafter brauchst du für Orangensaft nicht, er ist aber praktisch, wenn du ohnehin Apfel, Karotte oder Ingwer mitpressen willst.

Mehr Orangen gibt mehr Saft, das Verhältnis bleibt gleich. Wie viele Früchte 500 g sind, hängt von der Größe ab. Wieg sie beim ersten Mal, dann weißt du es.

Zubereitung: Orangensaft pressen mit der Zitruspresse

  1. Orangen mit heißem Wasser waschen und trocken reiben. Das rät das BZfE, damit Rückstände von der Schale nicht an den Saft kommen.
  2. Orangen quer halbieren.
  3. Jede Hälfte auf den Presskegel drücken, bis nur noch die weiße Haut übrig ist.
  4. Saft umrühren und gleich trinken. Wer kein Fruchtfleisch mag, gießt ihn durch ein Sieb.

Elektrische Zitruspressen kamen im Labortest von saldo 2024 mit Orangen gut zurecht, das schreibt die Stiftung Warentest bei der Übernahme des Tests. Als einziges Gerät presste die Alessi Plissé alle geprüften Früchte gut aus, also auch Zitronen und Limetten. Mehr dazu im Zitruspresse-Vergleich. Elektrisch oder manuell? Für Orangensaft geht beides. Welche Handpresse sich eignet, aus Glas oder mit Hebel, steht unter Manuelle Orangenpresse.

Am einfachsten mit der Zitruspresse

Orange halbieren, aufdrücken, fertig. Kein Schälen, kaum Abwasch.

Zum Vergleich →

Orangen entsaften mit dem Slow Juicer

  1. Orangen waschen und die Schale abschälen. Die weiße Haut darf dranbleiben.
  2. Orangen in Spalten teilen, die durch den Einfüllschacht passen.
  3. Spalten nach und nach einfüllen.

Im Praxistest der F.A.Z. kamen 2024 aus 500 g Orangen 400 ml Saft, also 80 Prozent. Das war ein liegender Slow Juicer, der Nutrilovers Green-Press MAX, und es dauerte 40 Sekunden. Mit anderen Geräten und Orangen kommt etwas anderes heraus. Zum Planen reicht der Wert trotzdem: Für ein Glas mit 200 ml brauchst du rund 250 g Orangen.

Warum schälen? Der Hersteller Nutrilovers schreibt: Orangen mit Schale gehen zwar durch das Gerät, aber die Schale gibt so viele Bitterstoffe ab, dass der Saft kaum noch schmeckt. Die weiße Schicht unter der Schale ist dagegen kein Problem. Sie enthält laut BZfE viele sekundäre Pflanzenstoffe und darf mitgegessen werden.

Orangen in der Zentrifuge

Auch in der Zentrifuge nur geschälte Orangen verwenden, aus demselben Grund wie beim Slow Juicer. Dann die Spalten einfüllen.

Mit Orangen kommen Zentrifugen gut zurecht. Im Entsafter-Test von saldo 2016 wurde je 1 kg Orangen entsaftet. Die Zentrifuge Bosch MES25G0 bekam für die Saftmenge bei Orangen die Note 6, die Braun J700 eine 5. Auf der Schweizer Skala ist 6 die beste Note. Alle Ergebnisse stehen im Messwerte-Archiv, aktuelle Geräte im Slow-Juicer-Vergleich.

Welches Gerät für Orangensaft?

Gerät Orangen vorbereiten Gut für
Zitruspresse halbieren reinen Orangensaft jeden Morgen
Slow Juicer schälen, in Spalten Mischsäfte mit Apfel, Karotte, Ingwer
Zentrifuge schälen, in Spalten schnelle Mischsäfte, viel Menge

Für reinen Orangensaft nehmen wir die Zitruspresse. Kein Schälen, kaum Abwasch. Eine Presse im Retro-Design ist die Smeg Zitruspresse CJF11 für 189 Euro, mehr Saft bringt der Preis aber nach allem, was bekannt ist, nicht.

Variante: Orange und Mango

Dieses Rezept stand schon 2014 auf der Seite, damals unter dem Namen „Ein süßes Duo“.

  • 2 Orangen, geschält
  • 1 Mango, geschält und ohne Stein
  • optional: 1 Prise Zimt

Orangen und Mango im Wechsel in den Slow Juicer geben. Mango allein ergibt im Entsafter eher Püree als Saft, die Orange schiebt sie durch. Zum Schluss umrühren und eine Prise Zimt darüber. Mehr zur Frucht steht unter Mango entsaften.

Weitere Ideen: Clementinen lassen sich genauso pressen wie Orangen, siehe Clementine. Blutorangen geben roten Saft. Ihre Saison geht laut BZfE bis Ende März. Eine reife Kaki kannst du zusammen mit den Orangen pressen, sehr weiche Früchte geben allerdings eher Mus als Saft.

Wann haben Orangen Saison?

Orangen gibt es das ganze Jahr, alle kommen aus dem Ausland. Laut Saisonkalender des BZfE ist das Angebot von Dezember bis März am größten und im Juli und August am kleinsten. Zitrusfrüchte aus Südeuropa haben ihre Hochsaison in der kalten Jahreszeit.

Orangen reifen nach der Ernte nicht nach. Laut BZfE halten Zitrusfrüchte trocken und luftig gelagert meist vier bis sechs Wochen, Orangen vertragen 0 bis 9 °C. Angeschimmelte Früchte gleich aussortieren. Mehr zur Frucht unter Orange.

Ist Orangensaft gesund?

In Maßen ja, als Ersatz für Obst nein. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag. Eine Orange zählt als eine Portion. Zusätzlich können im Lauf der Woche zwei Gläser Saft à 200 ml dazukommen, frisch zum Frühstück oder als Schorle aus einem Teil Saft und drei Teilen Wasser. Ein Glas Saft ersetzt in der DGE-Empfehlung keine Portion Obst, weil Saft weniger Ballaststoffe liefert und nicht so satt macht.

je 100 g (BLS 4.0) Orange Orangensaft
Energie 49 kcal 41 kcal
Zucker 8,9 g 8,5 g
Ballaststoffe 2,2 g 0,3 g
Vitamin C 62 mg 40 mg

Ein Glas Orangensaft mit 200 g bringt nach dem Bundeslebensmittelschlüssel rund 80 mg Vitamin C. Die DGE empfiehlt Frauen 95 mg und Männern 110 mg am Tag. Vitamin C ist laut BZfE hitze- und lichtempfindlich, deshalb den Saft gleich trinken. Mehr Vitamin C je Schluck bringen Sanddorn und rote Paprika, das Rezept steht unter Vitamin C Shot.

Im selben Glas stecken rund 17 g Zucker. In ihrem gemeinsamen Konsensuspapier von 2018 zählen DGE, Deutsche Diabetes Gesellschaft und Deutsche Adipositas-Gesellschaft den Zucker aus Fruchtsaft zu den „freien Zuckern“, genau wie Haushaltszucker. Frisch gepresst ändert daran nichts. Das BZfE rät deshalb, Saft nicht als Durstlöscher zu trinken. Mehr dazu unter Vor- und Nachteile von Entsaftern.

Wie lange hält frisch gepresster Orangensaft?

Trink frisch gepressten Orangensaft innerhalb von zwei Tagen und bewahr ihn bis dahin im Kühlschrank auf. Die Initiative „Zu gut für die Tonne!“ rät, frisch gepresste Säfte innerhalb von 48 Stunden zu verzehren. Am besten schmeckt er sofort. Wie du Saft einfrierst, steht unter Haltbarkeit von frisch gepresstem Saft.

Häufige Fragen

Wie viele Orangen brauche ich für ein Glas Orangensaft?

Rund 250 g Orangen für 200 ml, wenn du den F.A.Z.-Wert aus dem Slow Juicer zugrunde legst. Wie viele Früchte das sind, hängt von ihrer Größe ab.

Kann ich Orangen mit Schale entsaften?

Technisch ja, geschmacklich nein. Die Schale macht den Saft sehr bitter, schreibt der Slow-Juicer-Hersteller Nutrilovers. Die weiße Haut darf dranbleiben.

Ist Orangensaft aus dem Entsafter besser als aus der Zitruspresse?

Dazu haben wir keinen Vergleich gefunden. Für reinen Orangensaft spricht die Zitruspresse: weniger Arbeit, kein Schälen.

Ist frisch gepresster Orangensaft gesünder als gekaufter?

Beim Zucker nicht, der ist in beiden gleich. Eine verlässliche Messung, wie viel mehr Vitamin C frisch gepresster Saft hat, haben wir nicht gefunden.

Wie viel Orangensaft am Tag?

Eine Tagesmenge nennt die DGE nicht. Sie spricht von zwei Gläsern à 200 ml pro Woche, zusätzlich zu Obst und Gemüse.

Mehr Saftideen findest du in der Rezeptübersicht.

Dieser Text ist kein medizinischer Rat. Wenn du Diabetes hast, Medikamente nimmst oder auf deine Zuckerzufuhr achten musst, sprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt, wie viel Saft für dich passt.