Trester verwerten: Was ist Trester und was kann man damit machen?
Trester ist der feste Rest, der beim Entsaften übrig bleibt: Fasern, Schale, Kerne und etwas Fruchtfleisch. Trester verwerten kannst du in Kuchen, Muffins, Waffeln und Bratlingen, als Cracker, als Suppeneinlage oder auf dem Kompost. Weil er roh, feucht und fein zerkleinert ist, verarbeitest du ihn am besten am selben Tag oder frierst ihn ein.
Von Sergej Gerber · aktualisiert am 22.10.2026
Nach jedem Glas Saft steht ein Becher Trester da. Bei einem Kilo Möhren sind das je nach Gerät 350 bis 590 g. Wegwerfen muss man ihn nicht, aber man sollte auch nicht zu viel erwarten: Je besser der Entsafter presst, desto trockener und geschmackloser ist der Rest.
Was ist Trester?
Trester sind laut Duden die festen Rückstände, die bei der Herstellung von Obst- und Gemüsesäften anfallen. Beim Wein heißen so die Reste beim Keltern von Trauben, daraus wird auch Tresterbrand wie Grappa gebrannt. In der Küche geht es um den Trester aus dem Entsafter: Schalen, Fasern, Kerngehäuse und Fruchtfleischreste.
Karottentrester aus dem Entsafter, noch leicht feucht. Eigenes Foto, 2014
Apfeltrester besteht laut dem Wissensforum Backwaren aus Schalen, Kerngehäusen und Fruchtfleisch und enthält vor allem Zellulose, Hemizellulose und Pektin. Bei Trauben bleibt bis zu ein Viertel des Gewichts als Trester zurück.
Wie viel Trester fällt an?
Das hängt vom Gerät ab. In einer Studie von 2020 wurden sechs Entsafter mit je 1 kg Gemüse verglichen. Bei Möhren lag die Ausbeute zwischen 41 % (ein vertikaler Slow Juicer) und 65 % (eine Hydraulikpresse), die Zentrifuge kam auf 44 %. Der Rest war Trester, also rund 350 bis 590 g pro Kilo. Bei Spinat blieben bei der Zentrifuge über 70 % als Trester zurück. Feuchter Trester enthält noch Saft. Der amerikanische Händler John Kohler schätzt den Restsaft im Trester je nach Bauart auf 15 bis 40 %. Das sind Faustwerte eines Verkäufers, keine Messung. Wie die Geräte sich unterscheiden, steht unter Slow Juicer oder Entsafter?.
Trester verwerten: 6 Ideen
Die meisten Rezepte, die wir gefunden haben, nehmen Trester von Möhren, Äpfeln, Birnen oder Trauben. Er passt in süße wie herzhafte Gerichte.
1. Kuchen, Muffins und Waffeln backen
Das ist die einfachste Verwertung. Rezepte mit Trester gibt es bei Chefkoch einige, zum Beispiel einen Trester-Rührkuchen mit 250 g Apfel-, Birnen- oder Traubentrester auf 150 g Mehl, Karottenkekse mit 200 g Möhrentrester und Möhren-Apfel-Waffeln mit 300 g Möhrentrester. Der Trester ersetzt einen Teil vom Mehl und macht das Gebäck saftiger. Das bestätigt auch das Wissensforum Backwaren: Das Pektin im Apfeltrester bindet Wasser und hält Backwaren länger frisch.
Der Händler Keimling rät, etwa 20 % Trester in einen Brot- oder Kuchenteig deiner Wahl zu geben. Fang bei einem bewährten Rezept lieber mit weniger an, denn trockener Trester zieht Flüssigkeit.
2. Bratlinge und Bällchen
Gemüsetrester hat wenig Wasser und eignet sich deshalb für Bratlinge, schreibt der Händler Keimling. Bei Chefkoch steht ein Rezept für Möhrenbällchen: 350 g Möhrentrester mit 250 g gekochten roten Linsen, Sesam, Curry, Kurkuma und Ingwer vermengen, formen und braten. Auch der Hersteller Kuvings empfiehlt in seiner Rezeptsammlung Burger, Bällchen und Puffer aus Trester. Was nach dem Pressen von Kartoffelsaft im Tuch bleibt, gibt ebenfalls Puffer.
3. Cracker
Für Cracker mischst du Gemüsetrester mit Saaten wie Leinsamen und Sonnenblumenkernen, streichst die Masse dünn aus und trocknest sie im Ofen oder Dörrgerät. Keimling nennt 30 bis 50 % Saaten als Richtwert. Kuvings verlinkt mehrere Cracker-Rezepte aus grünem und aus Möhrentrester.
4. Suppe und Brühe
Gemüsetrester kann als Einlage in eine Suppe, das schlägt Keimling vor. Für Brühe taugt er nur bedingt. Keimling weist selbst darauf hin: Je besser die Saftpresse auspresst, desto weniger Geschmack bleibt in den Fasern. Gib ihn deshalb mit frischem Gemüse, Zwiebel und Kräutern in den Topf, nicht allein.
5. Ins Müsli oder in den Smoothie
Obsttrester passt ins Müsli oder in Joghurt. Wer einen Mixer hat, kann ihn auch zurück in einen Smoothie geben, dann sind die Ballaststoffe wieder im Glas. Warum Saft und Smoothie sich da so unterscheiden, steht unter Entsafter oder Mixer?.
6. Kompost oder Biotonne
Wer nichts kochen will, gibt den Trester auf den Kompost. Das gilt erst recht für die großen Mengen Apfeltrester, die beim Mosten mit der Obstpresse anfallen. Die Verbraucherzentrale zählt Obst- und Gemüsereste zu den Küchenabfällen, die sich gut kompostieren lassen. Auf dem Haufen sollten sie sich mit groben Materialien wie Heckenschnitt abwechseln, damit keine Staunässe entsteht. Ohne Garten ist die Biotonne der richtige Ort.
Wie lange hält Trester?
Eine feste Frist für rohen Trester nennt keine Behörde. Klar ist aber, warum er schnell verdirbt: Das BZfE schreibt, dass sich Bakterien und Schimmelpilze in wasserreichen Lebensmitteln und auf großen Oberflächen besonders gut vermehren. Trester ist beides. Auch in der Lebensmittelindustrie gilt, dass Trester rasch getrocknet werden muss, um mikrobiologisch stabil zu bleiben. Das schreibt das Wissensforum Backwaren für Traubentrester.
Für die Küche heißt das:
- Verarbeite ihn am selben Tag. Trester ist fein zerkleinertes, rohes Obst und Gemüse, lass ihn nicht über Nacht offen stehen.
- Sonst frierst du ihn ein. Das empfiehlt auch Kuvings: Trester im Gefrierschrank lagern, bis du ihn verbackst. Am besten portionsweise, mit Datum.
- Gebackenes und Gekochtes aus Trester behandelst du wie andere Reste. Die Verbraucherzentrale rät, gegarte Reste aus dem Kühlschrank innerhalb von zwei bis drei Tagen zu essen.
- Zeigt sich Schimmel, kommt alles weg. In weichen, wasserreichen Lebensmitteln breitet sich Schimmel laut BZfE über die sichtbaren Stellen hinaus aus. Abkratzen reicht nicht.
Häufige Fragen
Was ist Trester?
Trester ist der feste Rückstand nach dem Entsaften von Obst oder Gemüse, also Fasern, Schalen, Kerne und Fruchtfleischreste. Beim Wein heißen die Pressreste der Trauben ebenfalls Trester.
Kann man Trester essen?
Ja, wenn das Obst und Gemüse vorher essbar war. Die meisten Rezepte nehmen Trester von Möhren, Äpfeln oder Birnen zum Backen und für Bratlinge. Schalen und Kerngehäuse sind mit drin, das macht ihn faserig.
Kann man Trester einfrieren?
Ja. Der Hersteller Kuvings empfiehlt, Trester im Gefrierschrank aufzubewahren, bis du ihn brauchst. Friere ihn am besten gleich nach dem Entsaften in Portionen ein.
Was mache ich mit Trester vom Dampfentsafter?
Der ist gegart und weich. Eine verlässliche Rezeptquelle dafür haben wir nicht gefunden, der einfachste Weg ist der Kompost oder die Biotonne. Mehr zum Dampfentsafter steht in unserer Kaufberatung Dampfentsafter.
Welcher Entsafter macht den trockensten Trester?
Pressen. In der Studie von 2020 holten die beiden Hydraulikpressen am meisten Saft heraus. Bei Spinat und bei einer Gemüsemischung lag die Zentrifuge hinten, bei Möhren schnitt ein vertikaler Slow Juicer noch schlechter ab. Unter den Schneckenentsaftern lag die Doppelschnecke vorn. Aktuelle Modelle vergleichen wir im Slow Juicer Vergleich. Ein Rezept, bei dem viel Möhrentrester anfällt, ist unser Karottensaft.
