Entsafter-Ratgeber

Entsafter oder Mixer?

Entsafter oder Mixer? Der Entsafter trennt Saft und Fasern, du trinkst einen klaren Saft fast ohne Ballaststoffe. Der Mixer püriert die ganze Frucht zum Smoothie, die Fasern bleiben drin. Grüne Kiwi hat laut Bundeslebensmittelschlüssel 3,9 g Ballaststoffe je 100 g, Kiwisaft 0,4 g. Wer satt werden will, nimmt den Mixer, wer klaren Saft mag, den Entsafter.

Von Sergej Gerber · aktualisiert am 22.10.2026

Die Frage stellen wir uns auf dieser Seite seit 2014. Die Antwort ist im Kern gleich geblieben, die Begründung haben wir 2026 überarbeitet: Ein paar Behauptungen der alten Fassung, etwa dass Ballaststoffe die Verdauung „belasten“, lassen sich nicht belegen und sind rausgeflogen. Dazu kamen Nährwerte aus dem Bundeslebensmittelschlüssel (BLS) und die Frage nach Kombigeräten.

Saft oder Smoothie: Was ist der Unterschied?

Saft ist die Flüssigkeit aus der Frucht, ein Smoothie ist die ganze Frucht in flüssiger Form. Im Entsafter bleiben Schale, Fasern und Fruchtfleisch als Trester zurück. Im Mixer wird alles zerkleinert und mit etwas Flüssigkeit zu einem dicken Getränk püriert. Das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) empfiehlt für Frucht-Smoothies etwa 70 % Obst und 30 % Flüssigkeit, zum Beispiel Wasser, Milch oder ungesüßten Tee.

Entsafter Mixer
Ergebnis klarer Saft dicker Smoothie
Ballaststoffe fast keine bleiben drin
Flüssigkeit nötig nein ja
Rest Trester kein Rest
Sättigung gering höher
Obst pro Glas mehr, weil nur der Saft ins Glas kommt weniger

Ballaststoffe: Wie viel bleibt im Saft?

Fast nichts. Das zeigen die Werte aus dem Bundeslebensmittelschlüssel 4.0 des Max Rubner-Instituts, der amtlichen deutschen Nährstoffdatenbank:

je 100 g ganze Frucht Saft
Kiwi 3,9 g 0,4 g
Apfel 2,3 g 0,3 g
Orange 2,2 g 0,3 g
Karotte 2,9 g 0,3 g
zum Vergleich: grüner Smoothie (Obst und Gemüse) 2,1 g

Ein Hinweis zu den Zahlen: Kiwisaft, Karottensaft und der grüne Smoothie sind im BLS nach Rezept berechnet, nicht im Labor gemessen. An der Richtung ändert das nichts. Auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hält fest, dass Säfte und Smoothies weniger Ballaststoffe sowie sekundäre Pflanzenstoffe mitbringen als ganzes Obst und schlechter sättigen.

Beim Zucker ist es andersherum. 100 g Apfelsaft haben laut BLS 9,6 g Zucker, ein ganzer Apfel 10,5 g. Pro Glas trinkst du aber den Saft aus mehreren Äpfeln, ohne dass dich die Fasern bremsen.

Ist ein Smoothie gesünder als Saft?

Ein Smoothie kommt näher an das ganze Obst heran, ganz ersetzen kann er es nicht. Das Diabetes-Informationsportal diabinfo.de hält fest: Frisches Obst sättigt durch das Kauen und das größere Volumen meist mehr. Ein Smoothie kann aber ein oder zwei Portionen Obst oder Gemüse ersetzen, wenn mindestens die Hälfte daraus ganzes Obst oder Gemüse ist, ohne zugesetzten Zucker. Saft ersetzt bei der DGE keine Portion. Er kommt obendrauf: Zu den fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag können im Lauf der Woche zusätzlich zwei Gläser à 200 ml kommen, gern als Schorle aus einem Teil Saft und drei Teilen Wasser.

Das BZfE fasst es so: Smoothies helfen, hin und wieder mehr Obst und Gemüse auf den Speiseplan zu bringen, knackige frische Früchte bleiben aber die bessere Wahl. Als Durstlöscher taugen beide nicht, dafür haben sie zu viele Kalorien. Das schreibt das BZfE zu Smoothies, und für Fruchtsaft sagt es dasselbe.

Was Saft und Gesundheit angeht, haben wir eine eigene Seite: Ist Entsaften gesund?

Wann der Entsafter die bessere Wahl ist

Welche Art von Entsafter, erklären wir unter Slow Juicer oder Entsafter?.

Wann der Mixer die bessere Wahl ist

Entsafter und Mixer in einem Gerät: geht das?

Ja, aber nur mit Kompromissen. Es gibt zwei Wege:

Der erste Weg ist ein Slow Juicer mit Smoothie-Sieb. Einige Hersteller verkaufen dafür Zusatzsiebe. Kuvings bietet für seine Slow Juicer (außer dem CS700) ein Sorbet-Sieb ohne Löcher an und dazu ein Smoothie-Sieb. Kuvings selbst schreibt dazu: Entsafter sind vor allem für Saft gedacht, Siebe für Smoothies und Eis gibt es als Option. Einen Standmixer ersetzt das nicht ganz, Kuvings verkauft selbst zusätzlich Mixer.

Der zweite Weg geht andersherum: Mixer plus Sieb oder Tuch. Das BZfE beschreibt für Gemüsesaft ohne Entsafter: Zutaten zerkleinern, mit Wasser pürieren und durch ein feines Sieb streichen. Wie das genau geht, zeigen wir unter Obst entsaften ohne Entsafter. In einer Studie von 2020 kam ein Standmixer mit anschließender Hydraulikpresse bei Möhren sogar auf 83 % Saft, mehr als jeder Entsafter im Vergleich. Von Hand mit dem Küchentuch drückst du weniger heraus als eine Hydraulikpresse, für ein Glas am Wochenende reicht es trotzdem.

Unser Rat: Wer selten Saft trinkt, fängt mit Mixer und Sieb an. Wer jeden Tag Saft presst, kauft einen Entsafter und behält den Mixer für Smoothies. Welcher Entsafter zu dir passt, klärt die Entsafter Kaufberatung, Slow Juicer im Einzelnen zeigt der Slow Juicer Vergleich. Weitere Gegenüberstellungen, etwa Dampfentsafter oder Entsafter, findest du unter Entsafter-Vergleiche.

Häufige Fragen

Kann ich mit dem Mixer entsaften?

Ja. Obst oder Gemüse mit etwas Wasser pürieren und durch ein feines Sieb, ein Tuch oder einen Nussmilchbeutel drücken. So beschreibt es auch das BZfE. Der Saft wird etwas dünner, weil du Wasser zugibst.

Ist ein Smoothie ein Ersatz für Obst?

Teilweise. Laut diabinfo.de kann ein Smoothie ein bis zwei Portionen Obst oder Gemüse ersetzen, wenn mindestens die Hälfte ganzes Obst oder Gemüse ist und kein Zucker zugesetzt wurde. Frisches Obst sättigt aber meist besser.

Warum hat Saft so wenig Ballaststoffe?

Weil die Fasern im Trester bleiben. Kiwisaft hat laut BLS 0,4 g Ballaststoffe je 100 g, die ganze Kiwi 3,9 g. Mehr zur Kiwi im Lexikon.

Kann ein Slow Juicer auch Smoothies machen?

Einige Modelle schon, mit einem passenden Zusatzsieb, zum Beispiel von Kuvings. Für Smoothies mit Joghurt, Haferflocken oder Nüssen bleibt der Mixer das richtige Gerät.

Dieser Text ist kein medizinischer Rat. Bei Diabetes, Verdauungsbeschwerden oder einer besonderen Ernährung sprich mit deiner Ärztin, deinem Arzt oder einer Ernährungsfachkraft.