Entsafter-Ratgeber

7 Tage Saftkur: Ablauf, Gewicht und Risiken

Eine 7 Tage Saftkur ist die längste übliche Form: sieben Tage lang sechs Säfte, davor ein Entlastungstag, danach bis zu drei Aufbautage. Die Waage zeigt danach weniger, laut DGE vor allem wegen Wasser und nicht wegen Körperfett. Eine Studie, die das Gewicht nach sieben Safttagen gemessen hat, haben wir nicht gefunden.

Von Sergej Gerber · aktualisiert am 22.10.2026

Länger als eine Woche dauert laut Verbraucherzentrale auch das Heilfasten mit Tee, Säften und Gemüsebrühe in der Regel nicht. Wer noch nie eine Saftkur gemacht hat, fängt besser mit 3 Tagen an. Ob eine Saftkur überhaupt zu dir passt, steht auf der Übersicht Saftkur.

Was ist bei 7 Tagen anders als bei 3 oder 5 Tagen?

Der Tagesablauf bleibt gleich, aber die Lücken werden größer. Sieben Tage mit wenig Eiweiß und Fett sind etwas anderes als ein verlängertes Wochenende.

3 Tage 5 Tage 7 Tage
Ablauf 1 Entlastungstag, 3 Safttage, 1 Aufbautag 1 Entlastungstag, 5 Safttage, 1 bis 2 Aufbautage 1 bis 2 Entlastungstage, 7 Safttage, 2 bis 3 Aufbautage
Gesamtdauer 5 Tage 7 bis 8 Tage 10 bis 12 Tage
Studien mit Saftkuren wenige kleine, z. B. 20 Erwachsene (2017) keine gefunden eine sehr kleine Studie von 2003 (5 Männer, 8 Tage)
Fertigkur im Shop (22.10.2026) ab 49,90 € ab 79,90 € 190 € bis 259 €

Die längere Variante ist kein Mehr vom Gleichen. Die Ärztegesellschaft Heilfasten und Ernährung (ÄGHE) beschreibt für ärztlich begleitetes Fasten eine Standarddauer von sieben bis zehn Tagen mit drei Aufbautagen. Diese Leitlinie gilt für Heilfasten mit noch weniger Energie, nicht für Saftkuren. Sie ist aber die beste Orientierung für den Rahmen, die wir gefunden haben.

Wie viel Gewicht verliert man bei einer 7 Tage Saftkur?

Genau weiß das niemand. Zum Gewichtsverlust bei einer 7 Tage Saftkur haben wir keine Messung gefunden. Die einzige Studie zu rund einer Woche Saftfasten stammt von der Universitätsklinik Freiburg aus dem Jahr 2003: Fünf gesunde Männer tranken acht Tage lang Säfte mit nur 150 bis 300 kcal am Tag. Gemessen wurden Blutfette. Das Gewicht steht nicht in der Zusammenfassung.

Für drei Tage gibt es Zahlen. In einer kleinen Studie der University of California, Los Angeles (2017), verloren 20 Erwachsene in drei Safttagen im Schnitt 1,7 kg. Zwei Wochen später, wieder mit normalem Essen, waren davon noch 0,9 kg übrig. Eine Vergleichsgruppe gab es nicht. Nach sieben Tagen zeigt die Waage vermutlich mehr. Wie viel davon bleibt, ist offen.

Wassergewicht und Jojo-Effekt

Die schnelle Abnahme bei Detox- und Saftkuren beruht laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) „vor allem auf einer Abnahme von Wasser und nicht von Körperfett“. Ursache sei sehr wahrscheinlich allein, dass du wenig Energie aufnimmst. Wer sehr wenig isst, senkt laut DGE außerdem den Grundumsatz, und das kann den Jojo-Effekt begünstigen.

Selbst ein Anbieter schreibt das so. Kale&Me erklärt in den Fragen zur 7-Tage-Kur, beim Gewichtsverlust handle es sich „hauptsächlich um Wasser und etwas Fett“. Bergblut verspricht auf seiner 7-Tage-Seite ausdrücklich keine bestimmte Abnahme.

Unsere Einschätzung: Wer abnehmen will, braucht eine Ernährung, die über Wochen funktioniert. Eine Saftkur kann ein Startpunkt sein, mehr nicht. Die DGE sieht auch das Heilfasten für eine dauerhafte Gewichtsabnahme „nur bedingt“ als empfehlenswert.

Welche Risiken hat eine Saftkur über mehr als 5 Tage?

Mit jedem Tag wächst die Lücke bei Eiweiß und Fett. Die DGE schreibt, dass eine strenge Detox-Diät auf Dauer zu einem Mangel an Protein und Fett führen kann. Ein Beispiel aus einem Shop: frank juice gibt für seine Kur je nach Stufe 17 bis 23 g Eiweiß am Tag an. Der Referenzwert der DGE für Erwachsene unter 65 liegt bei 0,8 g je Kilo Körpergewicht. Bei 70 kg sind das 56 g am Tag.

Beim Totalfasten, also nur mit energiefreien Getränken, hält es die Verbraucherzentrale „selbst für gesunde Menschen“ für wichtig, nicht länger als etwa eine Woche zu fasten. Sie begründet das mit der starken Umstellung des Stoffwechsels und stärkeren Nebenwirkungen. Heilfasten mit rund 500 kcal dauert laut Verbraucherzentrale in der Regel ebenfalls nicht länger als eine Woche. Eine Saftkur mit 700 bis 900 kcal ist weder das eine noch das andere. Sieben Tage liegen trotzdem genau an dieser Grenze.

Auch die Müdigkeit dürfte mit der Dauer eher zunehmen, das ist unsere Vermutung. Zu Detox-Diäten schreibt die Verbraucherzentrale, die Leistungsfähigkeit sei häufig herabgesetzt, man sei müde und konzentrationsschwach. Diäten mit nur wenigen hundert Kalorien am Tag solle man nicht zu lange machen. Satt machen Säfte laut DGE kaum, obwohl sie Energie liefern.

Und dann ist da die Frage, was du trinkst. Ein 85-jähriger Mann mit Diabetes trank nach einer Magenblutung etwa eine Woche lang fast nur Granatapfelsaft, 600 bis 900 ml am Tag. Er bekam ein akutes Nierenversagen durch Oxalat und musste an die Dialyse, beschrieben 2023 in einem Fallbericht. Als Risikofaktoren für solche Fälle nennen die Autoren Alter, Diabetes, Flüssigkeitsmangel und eine chronische Nierenerkrankung. Ein Einzelfall. Trotzdem ein Grund, bei einer Saftkur über 7 Tage die Säfte zu wechseln und genug Wasser zu trinken.

Die DGE schreibt zu Detox-Kuren, sie sollten nicht ohne ärztliche Aufsicht erfolgen. Für eine ganze Woche nehmen wir das ernst. Sprich vorher mit deiner Hausärztin oder deinem Hausarzt, auch wenn du dich gesund fühlst.

Für wen ist eine 7 Tage Saftkur nicht geeignet?

Für Schwangere und Stillende, Menschen mit Essstörungen und Menschen mit fortgeschrittener Nieren- oder Lebererkrankung. Das sind Ausschlussgründe aus der Fasten-Leitlinie der ÄGHE. Dazu kommen laut Leitlinie Auszehrung (Kachexie), eine nicht eingestellte Schilddrüsenüberfunktion sowie fortgeschrittene Durchblutungsstörungen des Gehirns oder Demenz.

Nur mit erfahrener ärztlicher Begleitung kommen laut Leitlinie unter anderem Menschen mit Typ-1-Diabetes, Suchterkrankungen, Psychosen, schwerer oder instabiler koronarer Herzkrankheit, Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür oder Krebs infrage.

Auch Medikamente zählen. Die Leitlinie nennt Mittel, deren Dosis beim Fasten angepasst werden muss: Blutdrucksenker, Mittel gegen Diabetes, Gerinnungshemmer, Kortison, Schmerzmittel wie Ibuprofen, Psychopharmaka und Mittel gegen Epilepsie. Verhütungsmittel wirken laut Leitlinie beim Fasten eingeschränkt. Die Verbraucherzentrale rät bei Medikamenten, Insulin und Vorerkrankungen zu ärztlicher Fastenbegleitung.

Die Anbieter schließen ähnliche Gruppen aus. frank juice nennt auf der 7-Tage-Seite Schwangerschaft, Stillzeit, Diabetes, Essstörungen und Untergewicht, in den Fragen außerdem Kinder und Menschen mit geschwächtem Immunsystem.

7 Tage Saftkur Plan: so ist die Woche aufgebaut

Der Plan wechselt zwischen zwei Safttagen, damit du nicht sieben Tage dasselbe trinkst. Beide Tage kennst du schon von den kürzeren Kuren.

Tag Was passiert
Tag -1 (oder -2 und -1) Entlastungstag: leicht essen, Gemüse, Reis oder Kartoffeln, wenig Kaffee, kein Alkohol
Tag 1 bis 7 Safttage: sechs Säfte etwa alle zwei Stunden, Plan A und B im Wechsel, dazu Wasser oder ungesüßter Kräutertee
Tag 8 bis 10 Aufbautage: erst Apfel und Gemüsesuppe, dann gedünstetes Gemüse und Kartoffeln, ab Tag 10 langsam normal

Sechs Säfte im Abstand von etwa zwei Stunden sind übliche Praxis. So sind auch die Fertigkuren aufgebaut. Eine medizinische Empfehlung für diesen Takt gibt es nicht.

Einkaufsliste für 7 Tage

Die Mengen gelten für viermal Plan A und dreimal Plan B. Kauf in drei Runden ein: am Entlastungstag, am Abend von Tag 2 und am Abend von Tag 4. Spinat, Grünkohl und Gurken welken sonst.

Zutat Menge für 7 Tage
Äpfel 31
Karotten 39
Ingwer 7 daumengroße Stücke
Zitronen 10
Salatgurken 10
Staudensellerie 24 Stangen (ca. 3 Stauden)
Spinat ca. 120 g
Grünkohl ca. 180 g
Rote Bete, roh 4 kleine Knollen
Orangen 11
Fenchel 2 Knollen
Birnen 4
Kurkuma, frisch 3 kleine Stücke
Ananas 1 kleine
Minze 3 Bund
Tomaten 21
Rote Paprika 7

Sieben Tage lang sechs Säfte zu pressen, heißt: jeden Tag waschen, schneiden, pressen und das Gerät reinigen. Ohne Slow Juicer wird das bei Grünkohl und Sellerie mühsam, siehe Slow-Juicer-Vergleich. Mehr Rezepte zum Tauschen findest du unter Saftkur selber machen. Wenn dir der grüne Saft aus Plan A zu eintönig wird, nimm an einem Tag das Rezept für grünen Saft mit Spinat oder Grünkohl.

Aufbautage nach 7 Tagen Saft

Nach einer Woche brauchst du mehr Zeit zurück zum normalen Essen als nach drei Tagen. Die ÄGHE-Leitlinie sieht nach sieben bis zehn Fastentagen drei Aufbautage vor. Auch frank juice rät nach der 7-Tage-Kur, sich dafür „mehrere Tage“ Zeit zu nehmen.

Das ist Praxis aus dem Heilfasten, keine Vorgabe für Saftkuren. Wenn dir nach dem Essen schlecht wird oder der Bauch drückt, mach einen Tag länger.

Was kostet eine 7 Tage Saftkur?

Fertig gekauft lagen die 7-Tage-Kuren am 22.10.2026 in den Herstellershops zwischen 190 € und 259 €, ohne Versand. Im Shop heißt das Produkt meist schlicht „Saftkur 7 Tage“.

Anbieter Preis 7 Tage Pro Tag kcal pro Tag laut Shop
Kale&Me Klassik 190,00 € + 10,50 € Pfand ca. 27,14 € 698
PRESSBAR (by Bergblut) 223,00 € (Aktion, sonst 248 €) + Pfand ca. 31,86 € 868
frank juice Starter 227,50 € (reduziert, sonst 250 €) 32,50 € 934 (Pro: 680)
Bergblut Bio Saftkur 259,00 € 37,00 € nicht angegeben

Berioo bietet keine 7-Tage-Kur an, nur einen, drei und fünf Tage. Die 7-Tage-Kur von Kale&Me war am Abruftag als ausverkauft markiert. Alle Anbieter mit Bio-Angabe, Versandkosten und Flaschen pro Tag stehen im Saftkur Vergleich.

Selbst gemacht zahlst du nur die Einkaufsliste oben und brauchst ein Gerät. Einen Eurobetrag nennen wir nicht, weil Obst- und Gemüsepreise zu stark schwanken.

Häufige Fragen

Wie viel nimmt man bei einer 7 Tage Saftkur ab?

Eine Messung für sieben Tage haben wir nicht gefunden. Nach drei Tagen waren es in einer kleinen Studie im Schnitt 1,7 kg, zwei Wochen später blieben 0,9 kg. Laut DGE ist der schnelle Verlust bei solchen Kuren vor allem Wasser.

Ist eine 7 Tage Saftkur gefährlich?

Wie riskant sieben Tage für Gesunde sind, hat niemand untersucht. Die Verbraucherzentrale nennt etwa eine Woche als Grenze für Fasten ohne feste Nahrung, die DGE rät bei Detox-Kuren zu ärztlicher Aufsicht. Mit Vorerkrankungen oder Medikamenten machst du sieben Tage nur nach ärztlicher Rücksprache.

Sollte ich mit 7 Tagen anfangen?

Wir raten davon ab. Fang mit drei Tagen an, verlängere beim nächsten Mal auf fünf. Wie sich die längeren Kuren unterscheiden, steht unter 5 Tage Saftkur.

Kann ich während der 7 Tage arbeiten?

Viele tun das, Studien dazu gibt es nicht. Rechne mit Müdigkeit und schlechterer Konzentration, das nennt die Verbraucherzentrale als typisch. Unser Rat: Leg die Woche nicht in eine Phase mit Abgabeterminen oder langen Autofahrten.

Was tun, wenn mir schwindelig wird?

Hör auf und iss etwas. Sieben Tage sind kein Ziel, das du um jeden Preis erreichen musst. Hält der Schwindel an, geh zum Arzt.

Dieser Text ist kein medizinischer Rat. Mengen und Zeitpunkte sind übliche Praxis, keine medizinische Empfehlung. Wenn du schwanger bist oder stillst, Medikamente nimmst, Diabetes, eine Nieren- oder Lebererkrankung oder eine Essstörung hast oder hattest, sprich vor einer Saftkur mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Für eine Kur über sieben Tage gilt das auch, wenn du gesund bist.