Entsafter-Ratgeber

Grüner Saft selber machen

Grüner Saft gelingt am besten im Slow Juicer. Du presst 100 g Spinat, eine Gurke, zwei Äpfel, zwei Stangen Sellerie und eine halbe Zitrone aus. Blätter zu Päckchen rollen und im Wechsel mit Apfel einfüllen. Eine Zentrifuge holt aus Spinat deutlich weniger Saft. Trink den grünen Saft am selben Tag, möglichst kalt.

Von Sergej Gerber · aktualisiert am 22.10.2026

Zeit
15 Minuten
Menge
ca. 2 Gläser à 200 ml
Gerät
Slow Juicer
Glas grüner Saft mit Spinat, Gurke, Äpfeln, Sellerie, Zitrone und Weizengras
KI-generiertes Bild

Wer grünen Saft selber machen will, merkt schnell: Das ist der Saft, bei dem die Wahl des Geräts am meisten ausmacht. Gurke und Apfel schafft jeder Entsafter. Bei Spinat, Grünkohl oder Weizengras trennt sich das Feld. Unten steht deshalb neben dem Rezept, was Messungen dazu zeigen und wie du Weizengras entsaftest.

Zubereitung mit dem Slow Juicer

  1. Alles waschen. Spinat gut schwenken, zwischen den Blättern sitzt oft Sand. Die Zitrone schälen.
  2. Gurke und Äpfel in Stücke schneiden, die durch den Einfüllschacht passen. Sellerie quer in 2 bis 3 cm lange Stücke schneiden, sonst wickeln sich die Fasern um die Schnecke.
  3. Spinatblätter zu kleinen Päckchen rollen.
  4. Im Wechsel einfüllen: ein Stück Apfel, ein Päckchen Spinat, ein Stück Gurke. Zum Schluss Apfel oder Gurke, nicht Blattgrün.
  5. Umrühren, kalt stellen und bald trinken.

Den Trick mit dem Rollen und dem Wechsel empfiehlt Nutrilovers in der Anleitung seines Slow Juicers: Blattgrün sei anspruchsvoller, zusammen mit Obst oder Gemüse steige die Ausbeute. Den Vorgang solle man nicht mit Blattgrün beenden. Wie viel Saft aus diesem Rezept kommt, haben wir nicht gemessen. Wir rechnen mit etwa 400 ml, die Gurke liefert den größten Teil.

Welcher Entsafter für grünen Saft?

Für Blattgrün ist eine Presse oder ein Slow Juicer klar besser als eine Zentrifuge. In einer Vergleichsstudie von 2020 wurde Spinat in 1-kg-Portionen entsaftet, jeweils mehrmals. Die Zentrifuge holte 27,7 Prozent des Gewichts als Saft heraus. Ein vertikaler Slow Juicer kam auf 41,7 Prozent, ein Gerät mit zwei liegenden Schnecken auf 56,9 Prozent und die Hydraulikpressen auf rund 70 Prozent.

Bei einer Mischung aus Möhre, Sellerie, Spinat und Zitrone schrumpfte der Abstand: Zentrifuge 50,8 Prozent, vertikaler Slow Juicer 52,0 Prozent, Doppelschnecke 63,9 Prozent. Die Studie wurde vom Rohkost-Anbieter Hallelujah Diet finanziert. Alle Werte und weitere Messungen stehen im Messwerte-Archiv.

Für dich heißt das: Wenn du hauptsächlich grüne Säfte machst, lohnt sich ein Slow Juicer, am besten einer mit liegender Schnecke. Nutrilovers schreibt über sein liegendes Modell, es eigne sich durch den horizontalen Aufbau für Blattgemüse, Gräser und Kohl. Geräte im Vergleich findest du unter Slow Juicer Vergleich. Ohne Entsafter geht es mit Mixer und Tuch, siehe Gemüse entsaften ohne Entsafter.

Für Blattgrün: Slow Juicer, gern liegend

Holt aus Spinat deutlich mehr Saft als eine Zentrifuge.

Zum Vergleich →

Weizengras Saft

Weizengras sind die jungen Halme des Weizens. Für Pulver werden sie laut Bundeszentrum für Ernährung drei bis sechs Wochen nach der Keimung geerntet. Frisches Gras zum Pressen ist selten zu bekommen, manchmal gibt es laut BZfE frisch gepressten oder tiefgekühlten Saft im Handel.

So kannst du Weizengras entsaften:

  • Halme waschen und in kurze Stücke schneiden. AMZCHEF nennt etwa 3 cm, Nutrilovers etwa 5 cm.
  • Als Bündel einfüllen, am besten im Wechsel mit Obst. Hurom kombiniert im Rezept „Wheatgrass Pear“ rund 30 g Weizengras mit gut einer Tasse Birnenstücken.
  • Eine Zentrifuge würden wir für Gras nicht nehmen. Schon bei Spinat holt sie in der Studie oben am wenigsten heraus.

Weizengrassaft schmeckt sehr grasig und leicht süßlich. Pur trinken ihn die wenigsten, 30 g im Rezept oben reichen für den Geschmack.

Was steckt in grünem Saft?

Spinat bringt laut Bundeslebensmittelschlüssel je 100 g roh 57 mg Vitamin C, 573 mg Kalium, 152 µg Folat und 456 µg Vitamin K mit. Welcher Anteil davon ins Glas übergeht, hat niemand untersucht. Die Ballaststoffe bleiben weitgehend im Trester. Das BZfE schreibt zu gekauftem Gemüsesaft, dass er kaum noch Ballaststoffe enthält, weil die festen Rückstände nicht mit in die Flasche kommen.

Für Weizengras sieht das BZfE kaum Studien, die einen gesundheitlichen Nutzen bestätigen. Die Gräser enthalten wertvolle Inhaltsstoffe, aber meist nicht mehr als frisches Obst und Gemüse. Wie gut der Körper Chlorophyll aufnimmt, sei wenig bekannt. Versprechen von „mehr Leistung“ oder einem gestärkten Immunsystem sind nicht belegt.

Oxalsäure und Nitrat: worauf achten?

Spinat und anderes Blattgrün enthalten Oxalsäure und Nitrat. Für die meisten ist das kein Grund zum Verzicht, aber für den Saft jeden Morgen ein Grund zur Abwechslung.

Zur Oxalsäure schreibt das Bundesinstitut für Risikobewertung: Eine dauerhaft hohe Aufnahme kann zu einem Mangel an Mineralstoffen führen. Bei empfindlichen Menschen steigt das Risiko für Nieren- und Blasensteine. Täglich große Mengen roher Spinat können sich laut BfR zu bedenklichen Mengen summieren. Eine Fallbeschreibung aus den USA (2018) schildert akutes Nierenversagen nach einer oxalatreichen Saftkur aus grünem Blattgemüse. Bei der Patientin kamen Risikofaktoren dazu, ein früherer Magenbypass und eine längere Antibiotikaeinnahme. Mit einer 7-Tage-Saftkur aus viel Blattgrün würden wir deshalb vorsichtig sein.

Beim Nitrat misst das BfR die höchsten Gehalte in Blattgemüse wie Rucola, Feldsalat und Spinat. Nitrat selbst ist unbedenklich, kann aber bei falscher Lagerung zu Nitrit werden. Das BfR rät nicht dazu, weniger Gemüse zu essen, sondern zu Abwechslung.

Praktisch heißt das: Spinat nicht jeden Tag, sondern im Wechsel mit Gurke, Sellerie, Salat oder Selleriesaft. Und den Saft nicht stehen lassen.

Grüner Saft und Gerinnungshemmer

Spinat ist reich an Vitamin K. Wer Gerinnungshemmer wie Warfarin oder Phenprocoumon nimmt, soll laut der US-Gesundheitsdatenbank MedlinePlus Woche für Woche ähnliche Mengen Vitamin-K-haltiger Lebensmittel essen und keine großen Mengen grünes Blattgemüse. Ein täglicher Spinatsaft gehört vorher mit der Ärztin oder dem Arzt besprochen.

Wie lange hält grüner Saft?

Am besten noch heute. Grüne Smoothies sollen laut BfR bei höchstens 7 Grad stehen und am Tag der Herstellung getrunken werden. Zitronensaft bremst die Keimvermehrung etwas, verhindert sie aber nicht. Für frischen Saft aus denselben Zutaten gilt das genauso. Mehr unter Haltbarkeit von frisch gepresstem Saft.

Weizengras- oder Gerstengraspulver rührst du laut BfR erst kurz vor dem Trinken ein. Die Verbraucherzentrale berichtet, dass in solchen Pulvern krankmachende Bakterien wie Salmonellen gefunden wurden. Schwangere und Menschen mit geschwächtem Immunsystem sollen sie nur nach ärztlicher Rücksprache verwenden.

Varianten

Das Grundrezept lässt sich nach Geschmack abwandeln:

Variante Zutaten Geschmack
Mild 1 Gurke, 2 Äpfel, 50 g Spinat, ½ Zitrone frisch, kaum grasig
Klassisch Rezept oben grün, säuerlich
Mit Weizengras Rezept oben plus 30 g Weizengras sehr grasig
Weizengras-Birne 30 g Weizengras, 2 Birnen süß, grasig
Grünkohl 2 Blätter Grünkohl statt Spinat, plus 1 Stück Ingwer herb, kräftig

Mehr zur Gurke, der Basis fast jedes grünen Safts, steht im Lexikon unter Gurke. Mit Wildkräutern geht es beim Brennnesselsaft weiter.

Häufige Fragen

Ist grüner Saft das Gleiche wie ein grüner Smoothie?

Nein. Beim Saft bleiben die Fasern im Trester, beim Smoothie wird alles mitpüriert.

Kann ich gefrorenen Spinat nehmen?

Für den Entsafter nicht. Aufgetauter Spinat ist matschig und gibt kaum Saft.

Warum wird mein grüner Saft braun?

Er oxidiert an der Luft. Etwas Zitrone hilft, frisch trinken hilft mehr.

Wie bekomme ich Weizengras?

Fertige Halme sind selten im Handel. Manche ziehen es aus Weizenkörnern auf der Fensterbank.

Dieser Text ist kein medizinischer Rat. Wenn du Gerinnungshemmer nimmst, eine Nierenerkrankung oder Nierensteine hattest, schwanger bist oder dein Immunsystem geschwächt ist, sprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt, bevor grüner Saft zur täglichen Gewohnheit wird.