Entsafter-Ratgeber

Tomatensaft selber machen

Zum Tomatensaft selber machen schneidest du 1,5 kg reife Tomaten in Viertel, kochst sie unter Zerdrücken auf und lässt sie fünf Minuten köcheln. Durchs Sieb gestrichen ergibt das ungefähr einen Liter. Mit dem Entsafter geht es roh und schneller. Aus gekochten Tomaten nimmt der Körper das Lycopin besser auf. Salz gibst du erst am Ende nach Geschmack dazu.

Von Sergej Gerber · aktualisiert am 22.10.2026

Zeit
30 Minuten
Menge
ca. 1 Liter
Gerät
Topf und Sieb, Slow Juicer oder Zentrifuge
Glas Tomatensaft mit Tomaten, Salz, Pfeffermühle und Zitrone
KI-generiertes Bild

Tomatensaft selber machen lohnt sich vor allem im Sommer. Heimische Tomaten haben laut BZfE von Juni bis August Hauptsaison. Dann gibt es reife Ware aus der Region, die nach etwas schmecken. Für das Rezept brauchst du keinen Entsafter. Ein Topf und ein Sieb reichen.

Zubereitung im Topf

  1. Tomaten waschen und vierteln. Den grünen Stielansatz kannst du dranlassen, er schmeckt nur leicht bitter.
  2. Ein paar Viertel in einen großen Topf geben, zerdrücken und aufkochen. Die übrigen Tomaten nach und nach dazugeben und dabei weiter zerdrücken.
  3. Wenn alles im Topf ist, fünf Minuten köcheln lassen.
  4. Die heiße Masse durch ein feines Sieb oder eine Flotte Lotte streichen. Schale und Kerne bleiben zurück.
  5. Abkühlen lassen und mit Salz, Pfeffer und Zitrone abschmecken. Wer mag, rührt einen Teelöffel Olivenöl unter.

Die Menge stammt aus einer Faustregel des National Center for Home Food Preservation an der Universität Georgia: Für knapp einen Liter gekochten Saft rechnet es mit rund 1,5 kg Tomaten. Sehr wässrige Tomaten geben mehr, fleischige wie Ochsenherz weniger.

Tomatensaft selber machen mit dem Entsafter

  1. Tomaten waschen und vierteln.
  2. Stück für Stück in den Entsafter geben.
  3. Saft umrühren, abschmecken und gleich trinken.

Roh gepresst wird der Saft dünner und heller als aus dem Topf. Nach einer Weile trennt er sich in Wasser und Fruchtfleisch, einmal umrühren reicht. Die Früchte sind weich, da kommt jeder Entsafter mit. Mehr zur Frucht selbst steht unter Tomaten entsaften. Willst du ohne Gerät entsaften, steht in Gemüse entsaften ohne Entsafter, wie das mit Tuch und Mixer klappt.

Für gemischte Gemüsesäfte: Slow Juicer

Presst Tomaten, Karotten und Sellerie in einem Durchgang.

Zum Vergleich →

Ist Tomatensaft gesund?

Tomatensaft ist kalorienarm und liefert Kalium, Vitamin C und den roten Farbstoff Lycopin. Laut Bundeslebensmittelschlüssel haben 100 g gesalzener Tomatensaft 18 kcal, 231 mg Kalium und knapp 15 mg Vitamin C. Zucker sind es knapp 3 g.

Das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) schreibt, dass Studien auf einen Zusammenhang zwischen viel Tomaten und einem niedrigeren Krebsrisiko hinweisen. Ein Zusammenhang ist aber kein Beweis. Zur Tomatensaft Wirkung im Einzelnen macht das BZfE keine Aussage. Einen Heileffekt für ein Glas am Tag kann dir niemand seriös versprechen.

Für die Menge gilt, was für alle Säfte gilt: Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) nennt zwei Gläser à 200 ml Obst- oder Gemüsesaft pro Woche, zusätzlich zu fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag.

Lycopin: Warum gekochter Tomatensaft mehr bringt

Lycopin aus gekochten oder verarbeiteten Tomaten nimmt der Körper besser auf als aus frischen. Das BZfE erklärt es so: Beim Erhitzen und Zerkleinern brechen die Zellwände auf und geben das Lycopin frei. Auch die Schale enthält viel davon.

Die US-Nährstoffdatenbank zeigt den Unterschied in Zahlen. Rohe Tomaten haben rund 2,6 mg Lycopin je 100 g, Tomatensaft aus der Dose rund 9 mg. Tomatenpüree kommt sogar auf knapp 22 mg.

Je 100 g Lycopin
Tomate roh 2,6 mg
Tomatensaft (Konserve, ohne Salz) 9,0 mg
Tomatenpüree (Konserve) 21,8 mg

Das BZfE rät auch zu etwas Pflanzenöl im Gemüsesaft, damit der Körper fettlösliche Stoffe besser aufnimmt. Deshalb steht der Teelöffel Olivenöl im Rezept.

Wie viel Salz gehört in Tomatensaft?

Gekaufter Tomatensaft ist oft gesalzen, selbst gemachter muss es nicht sein. Für gesalzenen Tomatensaft nennt der Bundeslebensmittelschlüssel 0,66 g Salz je 100 g. Ein Glas mit 200 ml bringt damit gut 1,3 g Salz. Rohe Tomaten haben dagegen nur rund 0,01 g je 100 g.

Die DGE empfiehlt höchstens 6 g Speisesalz am Tag. Darin ist das Salz aus Brot, Käse und Fertigessen schon enthalten. Ein Glas gesalzener Tomatensaft deckt also gut ein Fünftel davon. Wer auf Salz achten muss, lässt es weg und würzt mit Pfeffer, Zitrone oder frischem Basilikum.

Tomatensaft einkochen

Zum Einkochen muss Säure in den Saft. Das National Center for Home Food Preservation schreibt das für ganze, zerkleinerte und entsaftete Tomaten vor, damit der Inhalt sicher sauer genug ist. Die Mengen in Kurzform:

  1. Saft wie oben im Topf kochen und passieren, dann erneut aufkochen.
  2. In jedes Glas mit etwa 0,5 l einen Esslöffel Zitronensaft aus der Flasche geben, in Gläser mit etwa 1 l zwei Esslöffel. Alternativ ¼ TL Zitronensäure je 0,5 l.
  3. Den heißen Saft einfüllen und die Gläser verschließen.
  4. Im kochenden Wasserbad oder Einkochautomaten bei 100 °C einkochen: 35 Minuten für 0,5-l-Gläser, 40 Minuten für 1-l-Gläser.

Die Zeiten gelten für Orte bis 300 m Höhe. Das ist eine US-Anleitung, sie bezieht sich auf amerikanische Glasgrößen von knapp 0,5 und knapp 1 Liter. Salz ist dort freiwillig. Mehr dazu, wie lange Säfte halten, steht unter Haltbarkeit und Lagerung von Saft.

Frisch gepressten Tomatensaft ohne Einkochen bewahrst du in einer verschlossenen Glasflasche im Kühlschrank auf. Das BZfE nennt für selbst gemachten Gemüsesaft zwei bis drei Tage.

Varianten für dein Tomatensaft Rezept

Variante Zutaten Geschmack
Klassisch 1,5 kg Tomaten, Salz, Pfeffer rund, mild
Mit Sellerie 1,2 kg Tomaten, 2 Stangen Staudensellerie würzig, leicht salzig ohne Salz
Mit Paprika 1 kg Tomaten, 2 rote Paprika süßlich
Scharf 1,5 kg Tomaten, 1 kleine Chili, Zitronensaft scharf, frisch
Sauer-herzhaft 300 ml Tomatensaft, 150 ml Sauerkrautsaft sauer, salzig

Sellerie und Paprika kochst du einfach mit. Den Sauerkrautsaft rührst du erst in den fertigen, kalten Saft, er bringt selbst viel Salz mit. Weitere Ideen für gemischte Säfte findest du unter Gemüsesaft selber machen.

Häufige Fragen

Muss ich die Tomaten schälen?

Nein. Die Schale enthält laut BZfE besonders viel Lycopin. Beim Passieren bleibt sie ohnehin im Sieb.

Kann ich grüne oder halbreife Tomaten nehmen?

Unreife Tomaten enthalten Tomatin, laut BZfE in Maßen unbedenklich. Wir würden für Saft trotzdem reife, tiefrote Tomaten nehmen, weil sie mehr Geschmack mitbringen.

Wie lange hält selbst gemachter Tomatensaft?

Frisch im Kühlschrank zwei bis drei Tage. Eingekocht mit Zitronensaft deutlich länger.

Hat Tomatensaft Nebenwirkungen?

Gekaufter Saft kann viel Salz enthalten, das steht auf dem Etikett. Sonst haben wir bei BZfE und DGE keine Warnung zu Tomatensaft gefunden. Mehr zur Pflanze steht im Lexikon unter Tomaten.

Tomatensaft am Abend trinken: gut oder schlecht?

Dafür gibt es keine Empfehlung. Die DGE nennt Saft zum Frühstück oder Abendessen, ohne eine Uhrzeit vorzuziehen.

Dieser Text ist kein medizinischer Rat. Wenn du wegen Bluthochdruck oder einer Nierenerkrankung auf Salz oder Kalium achten musst, frag vor dem regelmäßigen Trinken deine Ärztin oder deinen Arzt.