Chicorée
Ist Chicorée gesund? Kalorien hat er kaum, 20 kcal je 100 g, dafür 470 mg Kalium und 3,6 mg Beta-Carotin (Bundeslebensmittelschlüssel). Sein Bitterstoff Lactucopikrin regt laut BZfE Magen- und Gallensaft an. Dazu kommt der Ballaststoff Inulin. Heimischer Chicorée hat von Oktober bis Juni Saison.
Von Sergej Gerber · aktualisiert am 22.10.2026

- Saison
- heimisch Okt.–Juni, ganzjährig im Handel
- Kalium
- 470 mg je 100 g
- Kalorien
- 20 kcal je 100 g
- Im Kühlschrank
- 4–5 Tage, dunkel
Chicorée Nährwerte je 100 g
| Nährstoff | Chicorée roh (BLS 4.0) |
|---|---|
| Energie | 20 kcal |
| Wasser | 90,6 g |
| Eiweiß | 2,4 g |
| Kohlenhydrate | 1,3 g |
| Ballaststoffe | 1,3 g |
| Vitamin C | 9 mg |
| Vitamin K | 116 µg |
| Beta-Carotin | 3,6 mg |
| Folat | 36 µg |
| Kalium | 470 mg |
| Calcium | 80 mg |
| Magnesium | 22 mg |
Zahlen aus dem BLS 4.0 des Max Rubner-Instituts. Viel Vitamin C hat Chicorée nicht, dafür reichlich Kalium und Beta-Carotin.
Ist Chicorée gesund? Was die Bitterstoffe tun
Die Bitterstoffe machen den Unterschied. Das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) schreibt, dass Intybin (Lactucopikrin) aus Chicorée die Ausschüttung von Magensaft und Gallenflüssigkeit anregt und deshalb appetitanregend wirkt. Heutige Sorten sind durch Züchtung aber deutlich weniger bitter als früher.
Der Ballaststoff Inulin wird nicht verdaut und beeinflusst den Blutzuckerspiegel laut BZfE nicht. Wer wegen Diabetes auf Saft schaut, findet mehr in Worauf Diabetiker beim Entsaften achten sollten.
Warum Chicorée im Dunkeln wächst
Chicorée wächst in zwei Schritten. Zuerst bildet die Zichorienwurzel im Freiland eine kräftige Pfahlwurzel. Im Herbst wird sie geerntet und in dunklen Räumen zum Austreiben gebracht. In etwa 25 Tagen entsteht der weiße Spross mit den hellgelben Spitzen. Bei Licht würden die Blätter grün und viel bitterer. Deshalb liegt Chicorée im Laden oft lichtgeschützt. Chicorée ist mit Radicchio und Endivie verwandt, alle gehören zur Zichoriengruppe.
Chicorée entsaften
Chicorée gibt man meist als Zutat in einen Saft, pur ist er sehr herb. Das BZfE schreibt: Zusammen mit Obst schmeckt er nicht so bitter. Gut passen Apfel, Birne oder Orange. Wenn der Chicorée sehr bitter ist, schneid unten einen Keil aus dem Strunk heraus. Messwerte zur Saftausbeute gibt es für Chicorée nicht, einen Gerätevergleich findest du im Slow-Juicer-Vergleich.
Saison: wann gibt es Chicorée?
Chicorée gibt es das ganze Jahr. Aus Deutschland kommt er vor allem von Oktober bis Ende Juni, weil die Wurzeln bis zu acht Monate gelagert und nach und nach getrieben werden. Importe stammen vor allem aus Frankreich, den Niederlanden und Belgien.
Chicorée lagern
Kauf feste, geschlossene Köpfe mit hellgelben Spitzen. Grüne Spitzen bedeuten mehr Bitterkeit, braune Flecken überlagerte Ware. In ein feuchtes Tuch gewickelt und dunkel gelagert hält Chicorée im Gemüsefach vier bis fünf Tage. Welke Außenblätter einfach entfernen.
Häufige Fragen
Kann man Chicorée roh essen?
Ja, roh behält er laut BZfE mehr hitzeempfindliche Vitamine. Klassisch ist Chicorée-Salat mit Apfel oder Orange. Gegart schmeckt er milder.
Wie bekommt man die Bitterstoffe aus Chicorée?
Den Strunk keilförmig herausschneiden und Chicorée mit süßem Obst kombinieren. Dunkle Lagerung verhindert, dass er nachträglich bitterer wird.
Ist roter Chicorée dasselbe wie Radicchio?
Nein. Roter Chicorée ist laut BZfE eine Kreuzung aus Chicorée und Radicchio und schmeckt milder als Radicchio.
Dieser Text ist kein medizinischer Rat. Wer Diabetes oder einen empfindlichen Magen hat, holt sich Rat in der Hausarztpraxis.