Entsafter-Ratgeber

Löwenzahn

Löwenzahn ist essbar, Blätter, Knospen und Blüten. Die Blätter sammelst du am besten im Frühling, ältere werden bitter. 100 g Löwenzahnblätter haben laut Bundeslebensmittelschlüssel 34 kcal, 54 mg Vitamin C und 3,4 mg Eisen. Presssaft aus Löwenzahn gilt bei der EMA als traditionelles Arzneimittel mit Gegenanzeigen.

Von Sergej Gerber · aktualisiert am 22.10.2026

Gelbe Löwenzahnblüte vor gezackten grünen Blättern
Sammelzeit
Blätter im Frühjahr, Blüte März–Juni
Vitamin K
778 µg je 100 g
Kalorien
34 kcal je 100 g
Presssaft laut EMA
5–10 ml, 2× täglich

Ist Löwenzahn essbar? Welche Teile

Ja. Laut AOK ist jeder oberirdische Teil essbar, also Blätter, Blütenknospen und die gelben Blüten. Ernten solltest du im Frühling, ältere Blätter schmecken deutlich bitter. Löwenzahn blüht von März bis Juni und ein zweites Mal im Spätsommer.

Sammle nur dort, wo die Pflanzen sauber sind: im eigenen Garten oder weit weg von Feldern und Straßen, sonst können sie mit Schadstoffen belastet sein. Das BZfE zählt Löwenzahn zu den Wildkräutern mit vielen Bitterstoffen, so wie Chicorée beim Gemüse.

Löwenzahn Nährwerte je 100 g

Nährstoff Löwenzahnblätter roh (BLS 4.0)
Energie 34 kcal
Wasser 89,1 g
Eiweiß 3,1 g
Kohlenhydrate 2,4 g
Ballaststoffe 3,0 g
Vitamin C 54 mg
Vitamin K 778 µg
Beta-Carotin 7,9 mg
Kalium 501 mg
Calcium 168 mg
Magnesium 37 mg
Eisen 3,4 mg

Spinat kommt im BLS auf 4,3 mg Beta-Carotin und 456 µg Vitamin K, Löwenzahn liegt bei beiden Werten deutlich darüber. Das ist relevant für alle, die Warfarin oder einen ähnlichen Gerinnungshemmer einnehmen: MedlinePlus rät dann, Woche für Woche ungefähr gleich viel Vitamin K zu essen und auf große Portionen Blattgrün zu verzichten.

Löwenzahnsaft: was die EMA sagt

Presssaft aus Löwenzahn ist kein gewöhnlicher Gemüsesaft. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) führt ihn als traditionelles pflanzliches Arzneimittel. Die Einstufung beruht auf langer Anwendung, nicht auf klinischen Studien.

Zwei Varianten beschreibt die EMA. Presssaft aus frischen Blättern soll traditionell die Harnmenge erhöhen, begleitend bei leichten Harnwegsbeschwerden, in Einzeldosen von 5 bis 10 ml zweimal am Tag. Presssaft aus der blühenden Pflanze samt Wurzel ist für leichte Verdauungsbeschwerden und vorübergehende Appetitlosigkeit gedacht, 10 ml dreimal täglich.

Das sind ein paar Teelöffel, kein Glas. Gegen Löwenzahn sprechen laut EMA:

Löwenzahn entsaften

Löwenzahnblätter lassen sich wie anderes Blattgrün im Slow Juicer entsaften. Messwerte zur Ausbeute gibt es nicht. Der Saft ist sehr bitter. Nimm deshalb nur eine kleine Handvoll Blätter und mische sie mit Apfel. Trifft eine der Gegenanzeigen oben auf dich zu, lass Löwenzahnsaft weg oder klär ihn vorher ärztlich ab. Unser Rat: Presse nur so viel, wie du gleich trinkst, zwei, drei Schlucke reichen bei dem bitteren Saft meist. Für Reste gilt, was im Ratgeber zur Haltbarkeit von Saft steht. Ein zweites Wildkraut für den Entsafter: Brennnesselsaft.

Sammelzeit

Löwenzahn wird nicht als Gemüse angebaut, du findest ihn auf Wiesen und im Garten. Die Blätter sind im Frühling am zartesten, die Blütezeit liegt zwischen März und Juni.

JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez

Häufige Fragen

Sind Löwenzahnblüten giftig?

Nein, laut AOK sind auch die gelben Blüten und die Knospen essbar. Wer gegen Korbblütler allergisch ist, sollte Löwenzahn meiden, das nennt die EMA als Gegenanzeige.

Wie bekommt man die Bitterstoffe aus Löwenzahn?

Nimm junge Blätter aus dem Frühling, ältere sind deutlich bitterer. Im Saft oder Salat gleichen süße Zutaten wie Apfel den Bitterton aus.

Ist Löwenzahn mit Wermut verwandt?

Beide gehören zu den Korbblütlern. Wermut ist aber ein Heilkraut mit Thujon und gehört nicht in den Alltagssaft.

Dieser Text ist kein medizinischer Rat. Löwenzahn als Arzneipflanze hat Gegenanzeigen: Wer Probleme mit Galle, Leber, Niere oder Herz hat, Diabetes, schwanger ist oder Gerinnungshemmer nimmt, bespricht größere Mengen Blätter oder Presssaft vorher in der Praxis.